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Analvenenthrombose.
Hierbei handelt es sich um einen relativen proktologischen Notfall, denn Analvenenthrombosen sind nicht gefährlich, können aber höchst schmerzhaft sein. Symptome sind die akut aufgetretene teilweise auch sehr schmerzhafte Schwellung unmittelbar am After. Als Ursache kommen starkes Pressen, intensive körperliche Belastung, Radfahren, aber auch Durchfall in Frage. Analvenenthrombosen sind kein seltenes Problem während der Schwangerschaft und unter der Entbindung. In vielen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Sie entstehen durch das Platzen kleiner Blutgefäße mit nachfolgender Einblutung unter die Analhaut. Bindegewebige Unterteilungen am Afterrand machen eine flächige Ausbreitung unmöglich, so dass sich ein kleiner Blutklumpen am Analrand unter der Haut bildet. Es besteht keinerlei Zusammenhang zu einer Thrombose der Venen in den Beinen oder Krampfadern.
Bei Schmerzen ist es sinnvoll, durch Eröffnung der Schwellung in örtlicher Betäubung das Blutgerinselchen zu entfernen. Zurück bleibt eine kleine Wunde, die über ca 2 Wochen abheilt und in der Regel deutlich geringere Beschwerden macht. Kurzzeitig kann eine Schmerzbehandlung mit Zäpfchen oder Tropfen sowie eine lokale Salbenbehandlung erforderlich sein. Je nach beruflicher Tätigkeit ist eine kurzzeitige Krankschreibung erforderlich.
Es gibt Analvenenthrombosen welche bis auf eine Schwellung keinerlei Probleme verursachen. Grundsätzlich ist immer ein konservatives Vorgehen mit Schmerzbehandlung und abschwellenden Maßnahmen möglich, eine Analvenenthrombose wird langsam vollständig wieder abgebaut. Zurückbleiben kann ein störendes Hautfältchen. In seltenen Fällen kommt es zu einer zweiten Einblutung mit erneuter Schwellung oder zum spontanen Aufplatzen mit Ausbildung einer Schmierblutung. Auch nach zunächst konservativem Vorgehen kann zu jeder Zeit bei Bedarf noch eine Exzision in Lokalanästhesie erfolgen.