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Obstipation und Entleerungsstörung.
Etwa 20% der Bewohner Deutschlands leiden zumindest zeitweise unter Obstipation, darunter etwa 75% Frauen. Für Patientinnen/Patienten bedeutsam ist hierbei die sogenannte chronische Obstipation. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von krankhaften Veränderungen des Darmes, anatomischen Veränderungen des Beckenbodens, mangelnder Flüssigkeitszufuhr oder Bewegung, Stoffwechselstörungen zu Störungen des Elektrolythaushaltes und vieles mehr.
Je nach Ursache kann man die chronische Verstopfung in unterschiedliche Gruppen unterteilen, welche aber auch durchaus überlappen können:
Störungen der Darmbeweglichkeit oder Stuhlpassage
Stoffwechselstörungen/Medikamentenwirkung
Störungen der Entleerung des Mastdarmes
Lebensgewohnheiten, Belastungssituation
Sogenannte ‚Idiopathische Obstipation‘, bei der keine organische Ursache festgestellt werden kann, sie gehört in das Spektrum der Reizdarmerkrankungen
Durch intensive Befragung des/der Betroffenen lässt sich meist bereits eine grobe Richtung der möglichen Ursachen eruieren, welche dann Punkt für Punkt, häufig in Zusammenarbeit mit Hausärzten und weiteren fachärztlichen Kollegen abgeklärt werden muss. Neben die sorgfältige Analyse der Ernährungs- und Trinkgewohnheiten und sonstiger Alltagsgegebenheiten einschließlich der Belastungssituation des Patienten/Patientin gehört die genaue Erhebung der Medikamenteneinnahme und bekannter Begleiterkrankungen. Wichtig ist auch eine genaue Untersuchung des Beckenbodens als mögliche Ursache einer Entleerungsstörung so wie die vollständige Darmspiegelung zum Ausschluss eines Passagehindernisses oder sonstigen Erkrankung der Darmwand. Erst nach Ausschluss aller denkbaren organischen Ursachen darf die Diagnose eines Reizdarmes gestellt werden.
Die Abklärung und erfolgreiche Behandlung einer chronischen Obstipation und/oder Entleerungsstörung erfordert Geduld und nicht zuletzt einiges an Disziplin der Betroffenen.