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Steissbeinfistel (Pilonidalsinus).
Hierbei handelt es sich um immer wiederkehrende leichte bis akute Entzündungen in der Haut über dem Steißbein, möglicherweise von der Analfalte bis zum Kreuzbein reichend. Als Ursache werden zwei Möglichkeiten diskutiert:
• Das Einspießen von Haarspitzen und eine dadurch ausgelöste Entzündung
• Eine Sonderform der Akne mit Erkrankung der Talgdrüsen der Haut (Akne inversa)
Unabhängig von der möglichen Ursache ist eine Entzündung unter der Haut entstanden, welche sich über kleine Hautporen (Sinus) nur unzureichend entleert. Dadurch entsteht ein chronisches Nässen mit Sekret und gelegentlich etwas Blut. Verstopft eine solche Pore, kann es auch zur Ausbildung eines eitrigen Abszess kommen. Durch die andauernde Entzündungsaktivität und den nicht ausreichenden Abfluss durch die Pore bilden sich unter der Haut weitere Entzündungsgänge mit weiteren Poren als ‚Überdruckventil‘. Das Ausmaß dieses teilweise fuchsbauartigen Systems ist von außen niemals ganz zu beurteilen.
Eine konservative Behandlung kann nicht zum Ausheilen dieser Erkrankung führen. Weitere Diagnostik mit eine radiologischen Darstellung des Gangsystem durch Röntgen oder eine Kernspinuntersuchung ist in aller Regel nicht erforderlich. Im Akutfall wird zunächst der Abszess geöffnet um die Entzündung zurück gehen zu lassen. Zur definitiven Behandlung notwendig ist die komplette chirurgische Freilegung des gesamten Fistelsystems. Dies kann meist ambulant durchgeführt werden.
Hierbei stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, welche im Einzelfall mit dem betroffenen Patienten diskutiert werden müssen. Mit einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 14 Tagen ist zu rechnen, bei ausgedehnten Befunden kann dies aber noch deutlich länger sein.