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Stuhlinkontinenz.
Obwohl es sich vor allem bei älteren Menschen um ein weit verbreitetes Leiden handelt, gibt es auch viele jüngere Menschen, die von der Symptomatik betroffen sind. Die ausgesprochen Peinlichkeit, die die Betroffenen empfinden, verhindern meist viel zu lange das Aufsuchen ärztlicher Hilfe. Die Ursachen einer Stuhlinkontinenz sind in der Regel vielfältig. Meist müssen mehrere Faktoren zusammen treffen, um eine Stuhlinkontinenz auszulösen. Die Beschwerden reichen von erschwerter Hygiene nach dem Stuhlgang mit dem reichlichen Verbrauch von Toilettenpapier oder der Notwendigkeit des Waschens über verschmutzte Unterwäsche, unkontrollierter Abgang von Winden, unzureichende Zeit eine Toilette auf zu suchen bis zum vollständigen Kontrollverlust. Die sozialen Einschränkungen für den/die Betroffene einschließlich deren Umfeld sind erheblich und können bist zur totalen gesellschaftlichen Isolation führen. Um so wichtiger ist ein möglichst frühzeitiges Abklären der Ursachen, da in den aller meisten Fällen durch entsprechende Behandlung eine Besserung zu erreichen ist.
Die meist angeschuldigte Schließmuskelschwäche ist häufig nur ein geringer Faktor in der Komplexität der Stuhlinkontinenz. So müssen mannigfaltige Ursachen abgeklärt werden: Stuhlform, Entleerungsablauf, anatomische Gegebenheiten des Mastdarms, Analkanals und umgebende Hautsituation, Sensibilität des Analkanals, Beckenbodenfehlfunktionen und Senkungsprobleme, Schließmuskelverletzungen nach Entbindungen, Abszessen oder Operationen, aber auch Begleiterkrankungen und Medikamenteneinnahme.
Entsprechend vielfältig sind auch die resultierenden Behandlungsoptionen. Sie reichen- in einer noch sehr unvollständigen Aufzählung - von einer einfachen Stuhlregulation oder Behandlung eines ursächlichen Hämorrhoidalleidens über die Änderungen von Lebensgewohnheiten und gezielter Stärkung der Beckenbodenmuskulatur bis zur operativen Korrektur eines Darmvorfalls oder Einpflanzung eines künstlichen Schließmuskels.